Von Matthias Berger
Als der Bus am Sonntagmorgen nach vier Uhr in Wolfen eintraf, waren sich alle einig. Man hat sich in Barnstorf gut verkauft. Dabei war nur eine Rumpftruppe mit auf Reisen gegangen. Aus dem aktuellen Kader waren neben dem langzeitverletzten Robert Pratersch noch Stephan Blechschmidt, Marcel Werner, Tino Alich, Alexander Backes und Stefan Förster nicht mit. Auch beide Interimstrainer waren am letzten Spieltag nicht mit an Bord. In die Bresche sprang Präsident Siegfried Seidig.
„Auch wenn das Spiel am Ende 40:29 verloren geht, war es ein würdiges Abschlussspiel“, meinte Marlene Hanke aus den Reihen der mitgereisten Fans.
Auch wenn teilweise eine Mannschaft auf dem Platz stand, welche so zwar häufig trainiert, aber noch nie in einem Spiel erprobt war, schlugen sich die Wölfe mehr als achtbar. Die Gastgeber hatten ihren Fans ein schönes Spiel versprochen und das bekamen die Zuschauer auch zu sehen. Trotz einiger Fehlwürfe konnte Wolfen bis zur 14.Minute Paroli bieten. Die Hausherren führten mit 10:9. Ab diesem Zeitpunkt mussten die Fuhnehandballer dem hohen Tempo Tribut zollen.
Wolfens Torhüter hatten nunmehr auch kaum eine Chance, einen Barnstorfer Wurf zu parieren. Auch wenn Wolfens Defensive ihr Bestes gab, netzte entweder der starke Rückraum oder die brandgefährlichen Außen ein. Die Wölfe mussten sich ihre Chancen hart erarbeiten, während Barnstorf die schnelle Mitte als probates Mittel nutzte.
Die mitgereisten Fans freuten sich über jeden Wolfener Treffer, wie über eine gewonnene Meisterschaft. „Das hat die Stimmung an diesem Tag ausgemacht.“ freute sich Grit Baumbach, die zeitaufwändigste Fahrt auf sich genommen zu haben. Bis zur Halbzeit hatten sich die Mühlenkamphandballer auf 20:13 abgesetzt, was der Stimmung auf den Rängen aber keinen Abbruch tat.
Ein Grund hierfür lag auch darin, dass Präsident Siegfried Seidig allen Akteuren Einsatzzeiten verschaffte. „Wer diese Reise auf sich nimmt, der soll auch belohnt werden.“, meinte der erfahrene Trainer, welcher die entstandene Lücke kurzfristig und mit aller Bravour schloss.
So stand auch teilweise die A-Jugendachse auf dem Parkett. Alexander Krause, welcher Freitag Abend von seiner Berufung erfuhr, bildete gemeinsam mit Roy Schürhoff und Robert Hanke ein Trio, was bereits in der Landesmeisterschaft der Junioren für Gefahr sorgte. Deren Zeit war in diesem Spiel auch gekommen. Robert Hanke, welcher bereits einige Minuten Regionalligaerfahrung aufweisen konnte, schaffte dazu ein seltenes Kunstwerk. Mit einem Hattrick von Linksaussen, Rückraum links und der Rückraum Mitte, hielt er das Team im Rennen. Die Fans bejubelten lautstark die Treffer der Jugendlichen, stammen sie doch aus ihren Reihen. Alexander Krause, welcher als Sprecher des Fanclubs oft auf den Rängen für positive Zeichen sorgt, hämmerte zwei Bälle in das gegnerische Netz. „Schön das auch die Jugend ihre Chancen nutzen konnten und zu dem Ergebnis sechs Tore beitrugen“, freute sich der dreifache Torschütze und A-Jugendkapitän Robert Hanke.
Auch wenn Wolfen kaum noch eine Möglichkeit hatte, das Spiel für sich zu entscheiden, war der Mannschaftsgedanke spür - und greifbar. Gemeinsam mit der Barnstorfer Mannschaft konnte man den Abschied aus der Saison feiern. So sammelten sich auch alle Akteure auf dem Spielfeld, als Barnstorf´s Handballcracks sich bei ihren Fans bedankten.
Auch wenn ein Sieg beim Tabellendritten nicht möglich war, verkauften sich die Wölfe bei der 40:29 außerordentlich gut.
Mannschaftsaufstellung: Ranft; Kemnitz; Thiele (Tor); Hein (2); Niestroj (6); Nagura (3); Lindner (5); Krause (2); Gragert (3); Hanke (3); Schürhoff (1/1); Dobrovodsky (4/2)
[Homepage HSG Wolfen 28.05.2007]